#061 Grün-weiß bis in den Tod

Shownotes

In der 61. Folge von "Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten" spricht Brigitte Neichl mit dem Bestattungsunternehmer Christoph Ebner.

Der Sitz seines Unternehmens befindet sich in der Sechshauser Straße 42 / Ecke Geibelgassse. Als besonderes Service bietet Christoph Ebner auch ein sogenanntes Rapidbegräbnis an. Dies umfasst diverse Trauerwaren, wie Urnen, Särge, Sargplaketten und Partezettel in den Farben und Wappen des SK Rapid. Auf Wunsch begleitet bei den Verabschiedungen und Begräbnissen Rapid-Pfarrer Christoph Pelczar - auch im Andachtsraum des Weststadions.

Christoph Ebner berichtet auch über die Aufgaben eines Bestatters und den Ablauf von einem Sterbefall bis zum Begräbnis und er verrät seine Lieblingsorte im 15. Bezirk.

Mit dabei ist auch Grätzelkorrespondentin Karin Elise Sturm "Southy", die diesmal das eritreische "Red Sea-Restaurant" in der Robert-Hamerling-Gasse 23 besucht und mit dem Besitzer Robel Tedros spricht.

Co-Moderator dieser Folge ist Maurizio Giorgi.

Weitere Inhalte:

  • Was tut sich im Bezirksmuseum?
  • Nächste Veranstaltungen
  • Ausblick auf die nächste Folge

Im Blogartikel zur Podcast-Folge finden Sie ein Transkript dieser Folge, viele weitere Informationen und Links sowie Interviews und Berichte der Grätzelkorrespondentinnen in voller Länge.

Wenn Sie Fragen, Anregungen und/oder Ideen für den Podcast haben, interessante Menschen aus dem 15. Bezirk kennen oder selbst etwas zu erzählen haben, melden Sie sich unter podcast@bm15.at

Hier erfahren Sie mehr über Ziele und Inhalte von "Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten"

Links

Alle Grätzelkorrespondenzen auf YouTube

Die Grätzelkorrespondentinnen am Rustensteg

Bestattung Ebner

Red Sea Restaurant

Wo stand die Wiege von Rapid? Teil 1

Wo stand die Wiege von Rapid? Teil 2

Rapid: Lost Ground Rudolfsheimer Sportplatz (Teil 1)

Rapid: Lost Ground Rudolfsheimer Sportplatz (Teil 2)

Ein Paradies in Rustendorf – Felberstraße 56

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Intro/Outro (Musik & Stimme)

Nigora Makhmudova

Michael Stark

Transkript anzeigen

00:00:00: Intro

00:00:36: Brigitte, wir sind zurück aus den Osterferien! Das Wetter hat aber eher an den Winter erinnert. Hallo Maurizio! Ja, stimmt, von Frühling keine Spur,

00:00:46: aber das wird sich ja hoffentlich bald ändern. Frühling, alles blüht und sprießt, die Natur erwacht zu neuem Leben ...

00:00:54: Dein Interview hat aber diesmal mit dem Gegenteil zu tun, es geht ums Sterben. Das ist richtig! Es geht um den Tod, die Bestattung und um eine ganz besondere Art des Begräbnisses.

00:01:07: Mit wem hast Du denn diesmal gesprochen, liebe Brigitte? Doch nicht mit Gevatter Tod oder dem Leibhaftigen!

00:01:13: Nein, soweit wollte ich dann doch nicht gehen. Ich habe mit Christoph Ebner gesprochen.

00:01:18: Er führt ein Bestattungsunternehmen und dieses befindet sich in der Sechshauser Straße 42. Und was ist das Besondere an den Begräbnisse? Das wird noch nicht verraten.

00:01:29: Nur soviel, es hat mit den Farben grün und weiß zu tun.

00:01:33: Mehr erfährst Du und auch Sie, liebe Hörerin, lieber Hörer, gleich im folgenden Interview. Dann wollen wir doch keine Zeit verlieren! Legen wir los? Na klar, lieber Maurizio!

00:01:44: Zuerst begrüße ich noch - wie üblich - unsere Hörerinnen und Hörer:

00:01:49: Hallo und herzlich willkommen zur 61. Folge von 2x Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten. Mein Name ist Brigitte Neichl.

00:01:59: Unterstützt werde ich von meinem Kollegen - Sie haben ihn ja schon gehört - Maurizio Giorgi.

00:02:04: Warum wir inzwischen bei 2 x 15 Minuten gelandet sind, erfahren Sie übrigens in Folge 47.

00:02:11: Den Link finden Sie in den Shownotes.

00:02:15: Im Folgenden bleiben wir aber einfachheitshalber bei der gewohnten Bezeichnung Fünfzehnten Minuten über den Fünfzehnten.

00:02:22: Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert vom Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus, dem Veranstaltungsmuseum im Herzen des 15. Bezirks.

00:02:32: Das Museum bietet Ausstellungen, Veranstaltungen und Events für Erwachsene und Kinder und diesen Podcast.

00:02:40: Mehr dazu finden Sie auf www.museum15.at Und jetzt ... geht's los!

00:02:48: Ich spreche heute mit Christoph Ebner. Der Sitz seines Unternehmens befindet sich in der Sechshauser Straße 42 / Ecke Geibelgasse.

00:02:57: Und, Herr Ebner ist Bestatter.

00:03:01: Wikipedia sagt uns dazu: "Der Bestatter (österreichisch auch Pompfüneberer) - ich weiß nicht, ob ich das richtig ausspreche. Das ist die Verballhornung eines französischen Wortes (pompe funèbre). Also dieser

00:03:13: Bestatter übt den Dienstleistungsberuf aus, Verstorbene auf den Friedhof zu bringen.

00:03:21: Was noch alles zu den Aufgaben eines Bestatters gehört, und welche besondere Art der Bestattungen hier angeboten wird, wird uns Herr Ebner im Folgenden erzählen. Lieber Herr Ebner, vielen

00:03:32: Dank, dass ich Sie hier in Ihren Räumlichkeiten besuchen darf, und dass Sie sich Zeit für dieses Gespräch nehmen.

00:03:40: Dann Grüß Gott und auch ein Grüß Gott an unsere Zuhörer und danke, dass Sie mich besucht haben.

00:03:46: Kommen wir zum ersten Fragenteil. Ich habe es ja schon ein wenig angesprochen, aber Sie können uns das sicher noch genauer erläutern.

00:03:55: Was genau ist ein Bestatter, welche Aufgaben hat er,

00:03:59: und seit wann üben Sie dieses Gewerbe aus? Und vielleicht noch ein kleiner Zusatz: Seit wann sind Sie hier in der Sechshauser Straße. Also das Gewerbe des Bestatters gibt's schon viel, viel länger als ich das mache.

00:04:11: Ich mach das jetzt 2018 und die Bestattung Ebner hier in der Sechshauser Straße wurde gegründet im Juli 2020.

00:04:20: Was genau macht ein Bestatter? Der Bestatter betreut die Hinterbliebenen und den oder die Verstorbene/n,

00:04:29: spätestens nach Eintritt des Todesfalls bis zum Begräbnis oder bis zur Bestattung.

00:04:37: Ist da ein Unterschied zwischen Begräbnis und Bestattung? Ja, das Begräbnis ist quasi diese große Feier, diese Zeremonie.

00:04:47: Und dann gibt es nur die Bestattung, wo einfach der Sarg oder die Urne im

00:04:52: Grab bestattet wird. Das Begräbnis wäre die ganze Zeremonie, die Verabschiedung, die Einsegnung eines Pfarrers oder die Begleitung von einem weltlichen Nachrufredner, das umgangssprachliche Begräbnis.

00:05:04: Und Sie machen das von A bis Z quasi, also man kommt zu Ihnen und sagt: "Leider gab es einen Todesfall". Was passiert dann?

00:05:09: Ein Bestattungsunternehmen kümmert sich immer spätestens ab Eintritt eines Todesfalls.

00:05:18: Wir sind das einzige Bestattungsunternehmen in Wien - soweit wir wissen - wo

00:05:24: sich ein Mitarbeiter von Anfang bis zum Ende darum kümmert, um den Todesfall und die Familie. Wir werden benachrichtigt.

00:05:34: Und das bin dann immer ich an dieser Seite oder auch mein Geschäftspartner der Herr Krüger.

00:05:39: Einer von uns beiden, der der das Erstgespräch entgegennimmt, kümmert sich von der Abholung der Verstorbenen, die Infogespräche, das Aufnahmegespräch, die Bestattung vor Ort dann, die Meldung und die Nachbetreuung.

00:05:50: Die ganze Administration, das gehört alles dazu.

00:05:56: Und wir handhaben das so, dass wirklich ich oder der Herr Krüger von A von A bis Z sich um diesen Trauerfall, um diesen Todesfall kümmert.

00:06:06: Uns ist es wichtig, dass wirklich bei einem Sterbefall die Familie und der Verstorbene immer von der gleichen Person betreut und begleitet wird.

00:06:15: Sie holen den Toten oder die Tote ab. Dann kommt der zu Ihnen? Nein, kommt nicht zu uns. 

00:06:21: Das ist in Wien nicht erlaubt. Das wäre auch administrativ ein Wahnsinn. Da gibt es Einrichtungen von den Friedhöfen Wien. Also nach Eintritt eines Todesfalls,

00:06:33: egal ob zu Hause, im Krankenhaus

00:06:35: oder in einem Pflegeheim. Zu Hause kommt der Totenbeschauarzt einmal. Solange der noch nicht da war, sollte der Verstorbene in dieser Position gelassen werden, in der er vorgefunden wurde.

00:06:47: Nachdem jetzt dieser Totenbeschauarzt da war - das nennt sich die "Freigabe des Verstorbenen",  dann werden wir benachrichtigt.

00:06:55: Und wir kommen dann, um die Verstorbenen abzuholen. Das dauert in der Regel dann noch ein bis zwei Stunden, bis wir vor Ort sind und der oder die Verstorbene wird in ein

00:07:04: Leichenkühlhaus verbracht. Am Zentralfriedhof? Das ist ganz neu, ja. Das ist eine neue Einrichtung am Zentralfriedhof. Früher gabs da drei so kleinere Kühlhäuser in Wien.

00:07:16: Und jetzt ist es so, dass alle Verstorbenen am Zentralfriedhof in eine neue Kühlanlage gebracht werden. Und was machen Sie dort dann noch?

00:07:23: Der Verstorbene kommt in diese zentrale Kühleinrichtung am Zentralfriedhof.

00:07:28: Und nächsten Tag meistens ist es so meistens, dass in die Angehörigen zu ins Büro kommen. Wir besprechen dann den Bestattungswunsch, Gräber werden ausgesucht, wenn noch keines vorhanden ist.

00:07:38: Parten werden geschrieben. Ein Gewand bringt man auch mit bringt man mit? Bringt man mit, wenn wir nicht schon zu Hause angekleidet haben. Spätestens dann bringen uns die Hinterbliebenen die Kleidung mit.

00:07:47: Details für das Begräbnis werden besprochen, Blumen werden bestellt das Sarg wird ausgesucht. aber an dem Toten selber machen Sie nichts mehr? Also irgendwie verhübschen oder so. Das sieht man manchmal im Fernsehen.

00:07:55: Ja. im Fernsehen.

00:07:58: Es gäbe die Möglichkeit einer thanatopraktische Behandlung. Das ist eine eigene Ausbildung. Da

00:08:12: gibt es mehrere in Wien, die diese Ausbildung absolviert haben. Das wäre die Verzögerung des Verwesungsprozesses.

00:08:20: Das ist vielleicht dann sinnvoll, wenn das Begräbnis erst in mehreren Wochen stattfinden soll und

00:08:27: die Hinterbliebenen vielleicht auch im Ausland sind und den Verstorben auch nochmal sehen möchten. Aber das ist ein Extrawunsch? Das wäre ein Extrawunsch. Das wird auch nicht oft in Anspruch genommen. Gut, wie geht's dann weiter?

00:08:39: Dann ist alles ausgesucht, alles besprochen. Jetzt beginnt der administrative Teil dann für uns. Wir organisieren die Sterbeurkunden, wir koordinieren die Termine mit den Friedhöfen.

00:08:48: Wir

00:08:50: bringen dann den Sarg, der ausgesucht wurde, in diese Kühlkammer. Der Verstorbene wird dann umgesargt, umgebettet in diesen Sarg, wird eingekleidet,

00:08:59: Die hygienische Grundversorgung gibt's natürlich schon - waschen, kämmen und solche Sachen.

00:09:03: Aber dieses Schminken, was man aus diesen amerikanischen Spielfilmen kennt, das wird wahrscheinlich nicht gut ausschauen, wenn wir das machen. Wir sind da keine Make up-Artisten. Das sollte dann schon eher natürlich sein. 

00:09:14: Wenn jemand diese Schauermärchen kennt, dass Verstorben entstellt sind nach Eintritt des Todes. Nein, so ist es nicht. Verstorbene wirken meistens sehr friedlich, entspannt und

00:09:26: als würde ein Engel schlafen. Dann kommen wir zum zweiten Fragenteil.

00:09:31: Wir lüften jetzt das Geheimnis um die besondere Art der Bestattung, die Sie anbieten. Es ist ein sogenanntes Rapidbegräbnis. Was genau ist das und wie ist die Idee dazu entstanden?

00:09:44: Das Rapidbegräbnis. Es unterscheidet sich jetzt einmal nicht wirklich von einem anderen Begräbnis.

00:09:51: Leider Gottes ist ein Rapid-Fan oder ein Mitglied von unserer großen grün-weißen Rapid-Familie verstorben.

00:10:00: Der bekommt man dieses Rapidbegräbnis.

00:10:02: Das kann man auch gestalten wie man möchte. Wir haben da Rapid-Urnen, Rapid-Särge.

00:10:13: Es ist nämlich so, dass ich seit Kindheitstagen leidenschaftlicher Rapid-Fan bin und

00:10:18: einer der ersten Gedanken war, wie es sich finalisiert hat, dass in Kürze die Bestattung Ebner eröffnen wird, war mir das ganz wichtig, da auch eben für

00:10:28: die ganzen Rapid-Fans und deren Familien und Angehörigen da zu sein und die zu begleiten, in der Zeit, wo grün-weiß manchmal schwarz trägt, dass wir da begleiten und unterstützen.

00:10:39: In den letzten Jahren hat sich dann herauskristallisiert, wir haben durch diese Lizenzvereinbarung mit dem Sportclub Rapid dürfen wir da eben das Rapid-Wappen auf den Urnen, auf den Särgen und auf sämtlichen Trauerartikel

00:10:51: verwenden.

00:10:53: Und beim Begräbnis geht das dann dahin, dass wir Kerzen haben mit dem Rapid-Wappen. Die Nachwurf-Erde, die es bei so einem Begräbnis immer gibt, also wenn der Sarg oder die Urne schon im Grab ist. Die Nachwurf-Erde, die da gereicht wird. Ist vom Platz. Die bringen wir selbst mit. Die ist

00:11:02: ie Nachwurf-Erde, die da gereicht wird. Ist vom Platz. Die bringen wir selbst mit. Die ist vom Rapid-Stadion,

00:11:11: Da wird mehrmals im Jahr Rasen nicht nur vertikutiert,

00:11:14: es gibt auch eine Ertikutierung, habe ich mir erklären lassen. Mit ganz speziellen Maschinen wird ein Teil der Erde rausgeholt, mit Sand aufgefüllt, belüftet

00:11:26: und diese Erde, die bekommen wir dann regelmäßig, die holen wir aus dem Stadion, wird bei uns doppelt und dreifach eingesperrt, gelagert und

00:11:36: die bringen wir dann zu so einem Rapidbegräbnis mit und reichen dort die Nachruf-Erde, damit wir unsere Verstorbenen in Hütteldorfer Erde begraben können,

00:11:44: auch wenn sie nicht gerade am Baumgartner oder Hütteldorfer Friedhof begraben sind. Und ich hab ja gesehen auf Fotos, dass auch der

00:11:52: Priester, wenn einer anwesend ist, auch entsprechend gekleidet ist.

00:11:57: Bei einem römisch-katholischen Begräbnis - der römisch-katholische Ritus, der sieht ja eine violett violette Kleidung vor für den Einsegnenden. Das geht gar nicht. Das ist eine mystische Farbe und die Trauerfarbe eben im römisch-katholischen Ritus. Wir hatten

00:12:12: viele Geistliche haben - wenn man gesagt hat, das ist ein Rapid-Fan - könnte man da nicht das violette ...

00:12:20: Sie dürften auch eine schwarze Kutte nehmen, das machen dann auch manche.

00:12:26: Wir haben dem aber ganz gut vorgesorgt, weil bei unseren Rapid-Begräbnissen, da begleitet uns der Christoph Pelczar,

00:12:32: das ist der Pfarrer, der betreut die Pfarrgemeinde Weikendorf und ist aber auch der Rapid-Pfarrer. Er betreut den Sportclub Rapid und den Andachtsraum im Stadion - selbst landschaftlicher Rapid-Fan - und

00:12:43: der hat ein eigenes grün-weißes Messgewand sich schneidern lassen, und

00:12:48: er macht es ganz toll. Da passt dann wirklich alles. Da passt dann wirklich alles. Außer, dass jemand tot ist, das ist der Wermutstropfen. Es passt dahingehend, dass wir den Wunsch des Verstorbenen erfüllt haben, und der dann wirklich

00:13:04: in seinen Farben bestattet wird.

00:13:05: Falls Sie sich jetzt fragen, liebe Hörerin, lieber Hörer, warum für unseren Podcast gerade das Rapid-Begräbnis so interessant ist, hier eine kurze Info.

00:13:16: Der SK Rapid hat seine Wurzeln im 15. Bezirk.

00:13:20: Die ersten vier Jahre nach seiner Gründung 1899 trug die junge Rapid die Fußballspiele am Exerzierfeld auf der Schmelz aus, übrigens in den Farben 

00:13:32: blau-rot.

00:13:35: Von 1903 bis 1912 befand sich der Sportplatz von Rapid dann auf einem Grundstück östlich des Meiselmarktes im

00:13:44: Bereich Selzergasse - Hütteldorfer Straße. Und erst danach übersiedelte der Fußballclub nach Hütteldorf.

00:13:53: Auch die sogenannte Rapid-Viertelstunde hat ihren Ursprung im 15. Bezirk.

00:13:59: Zu diesem Thema gibt es bereits einige Podcast-Folgen und Blogartikel. Ich verlinke Ihnen diese in den Shownotes.

00:14:07: Kommen wir zum dritten Fragenteil. Sie haben Ihr Unternehmen im 15. Bezirk.

00:14:14: Gibt es sonst noch Bezüge zu Rudolfsheim-Fünfhaus und haben Sie Lieblingsorte im Bezirk,

00:14:21: die Sie vielleicht auch unseren Hörerinnen und Hörern empfehlen können - abseits jetzt Ihres Gewerbes.

00:14:27: Ja, also wie gesagt, damals als Jugendlicher durfte ich meine Elektriker-Lehre in der Sechshauser Straße bei der Firma Ing. Rumplmayr zu Ende bringen. Nachdem ich

00:14:40: von Linz dann nach Wien zurückgekommen bin, war ich in der Märzstraße beheimatet im 15. Bezirk, das war mit Blick auf Schloss Schönbrunn und Gloriette, auch ganz toll. Das Unternehmen im 15.

00:14:54: haben wir deswegen gegründet, weil da gab es noch keine Bestatter im 15. Bezirk.

00:15:01: Wichtig war es, das im Westen zu sein durch die Rapid-Nähe, durch den Rapid-Bezug und auch eben im 15., wo es noch keinen Bestatter gab.

00:15:10: Den 15. mag ich ganz gerne, so wie ich eigentlich ganz Wien mag,

00:15:16: weil ich auch den Hang zum Nostalgischen habe und unter zu diesem Alten Wien.

00:15:21: Das soll jetzt keine Werbung sein, aber das sind zwei meiner Lieblingsplätze da im 15. Einerseits gleich bei uns in der Nähe das Gasthaus Quell.

00:15:31: Und dann - Sie haben die Selzergasse schon angesprochen - in der Selzergasse das Gasthaus Heidinger, also die zwei Orte,

00:15:37: die laden immer ein, dass man lange drin verweilt, und dass das macht mich immer so bisserl

00:15:44: nostalgische und ein bisserl wehmütig, und man fühlt sich ein bisserl ins Alte Wien versetzt.

00:15:50: Da passt das ja eh gut, zu einem Museums-Podcast, das wir da jetzt zusammengekommen sind. Ja, vielen Dank für das spannende Gespräch zu einem ungewöhnlichen Thema,

00:16:02: das nicht so oft thematisiert wird, aber natürlich zum Leben dazu gehört.

00:16:07: Danke auch Ihnen und danke den Zuhörern, und ich würde mich freuen, wenn wir viele Zuhörer treffen im Gasthaus Quell oder Gasthaus Heidinger oder am Rapid-Platz,

00:16:16: vielleicht auf ein Getränk, und dass Sie meine Dienste sehr, sehr lange nicht brauchen. Ja, das ist wirklich ein guter Wunsch. Dankeschön. Danke.

00:16:25: Also, dass es ein Rapid-Begräbnis gibt, wusste ich bis jetzt auch noch nicht. Sehr spannend. Interessant auch, dass man erfährt, was die Aufgaben eines Bestatters sind und wie der Ablauf aussieht.

00:16:39: Denn, auch wenn wir es oft verdrängen, irgendwann wird das Thema uns alle betreffen. Ja stimmt,

00:16:46: aber jetzt würde ich diesbezüglich wieder fürs Verdrängen plädieren, und schlage vor, dass wir uns lebendigeren Themen widmen. Das machen wir! Wie schaut es denn aus mit den Berichten unserer Grätzelkorrespondentinnen,

00:17:00: liebe Brigitte?

00:17:01: Diesmal berichtet ausnahmsweise nur Karin Elise Sturm, Karin Süd, "Southy", da Karin Martiny leider erkrankt ist. Ich wünsche Dir, liebe Karin, auf diesem Weg gute Besserung! Auch von mir alles Gute, liebe Karin.

00:17:17: Und was hat denn Karin Elise Sturm für uns vorbereitet? Karin Süd hat diesmal das Red Sea-Restaurant in der,

00:17:25: Robert-Hamerling-Gasse 23 besucht. Das ist ein ostafrikanisches Speiselokal,

00:17:31: und sie hat dort mit dem Besitzer Robel Tedros gesprochen. Ah, interessant, ich wusste gar nicht, dass wir so ein Lokal im Bezirk haben. Ich auch nicht.

00:17:41: Aber das ist ja das Tolle, dass uns unsere Grätzelkorrespondentinnen  immer wieder NEUES servieren. Diesmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes.

00:17:51: Liebe Karin, was hast Du im Red Sea-Restaurant erlebt? Hallo, liebe Hörerinnen und Hörer, hallo Brigitte und Maurizio!

00:17:58: Mich hat's diesen Monat ins Turnertempel-Grätzl verschlagen, genauer gesagt an das stille, aber feine Eck der Robert-Hamerling-Gasse und der Gebrüder-Lang-Gasse.

00:18:07: Dort befindet sich seit nunmehr einem Jahr auf der Robert-Hamerling-Gasse Nummer 23 ein ostafrikanisches Restaurant.

00:18:15: Ja, und darüber muss ich Ihnen natürlich berichten. Der Geschäftsführer des Red Sea-Restaurants,

00:18:20: dem ersten eritreischen Speiselokal in Wien, heißt Ing. Robel Tedros, und bei dem sympathischen und teilweise auch recht lustigen Gespräch habe ich einiges über Ostafrika aber auch die Menschen von dort bei uns in Wien erfahren.

00:18:34: Der Fokus unseres Gesprächs lag natürlich immer wieder am Essen in Ostafrika und im Red Sea-Restaurant. Das Bei uns ist eben besonders, es ist ein soziales Leben. Darum gibt es auch so große Tische. Man kommt in der Gruppe und isst gemeinsam. So ist das. Wir haben eine große Platte

00:18:48: wo sich halt

00:18:56: die Kunden entscheiden können, ob sie gemeinsam

00:18:59: teilen so eine große Platte, es gibt aber auch Möglichkeit, wenn Sie getrennt essen wollen, mit einem eigene Teller.

00:19:07: Aber das Schöne ist, wenn sich eine Familie oder eine Gruppe eine große Platte zusammen teilt das Essen. Es gehört einfach mit denen Händen gegessen.

00:19:18: Die Hände werden zuerst gewaschen und dann isst man mit den Händen.

00:19:22: Mit dem Brot tut man die Speisen "tunken", also rausnehmen.

00:19:31: Dieses Sauerteig-Fladenbrot. Wie heißt das? Injera.

00:19:41: Es ist aus Teff-Getreide und es ist glutenfrei

00:19:45: und das wird aus Eritrea importiert. Und wir auch in der Küche

00:19:54: dieses Mehl. Und es ist auch für viele, die glutenfrei essen, sehr wichtig und die kommen auch extra her,

00:20:02: weil sie vegan sind, weil sie glutenfrei essen können hier. Entspannen sozusagen. Wir hatten aber auch Zeit, über Asmara, die schöne Hauptstadt Eritreas, zu sprechen,

00:20:15: die - man glaubt es kaum - auch Klein-Rom genannt wird. Asmara hat ca. 100.000 Einwohner

00:20:24: und ist die Hauptstadt von Eritrea. Und damals haben die Italiener viele Straßen gebaut, viele Schulen gebaut, viele Krankenhäuser gebaut.

00:20:35: Und

00:20:37: damals hat an schon gesagt - kleines Rom. Schön! Ich war schon so oft in Italien und manche Straßen

00:20:47: haben mich erinnert an Asmara, weil die Italiener es so wie Rom

00:20:54: gebaut haben. Und wenn man ca. 115 km Richtung Massaua geht, dann ist dort das Rotes Meer. Dann wird es immer wärmer. Wenn ich Ihnen jetzt auch noch erzähle,

00:21:07: das Robel Tedros Radprofi in der österreichischen Nationalmannschaft war,

00:21:11: und dass die eritreische Kaffeezeremonie traditionell von Frauen durchgeführt wird, dann habe ich sicher Ihre volle Aufmerksamkeit,

00:21:19: und Sie freuen sich auf eine neue Ausgabe der Grätzelkorrespondenzen in unserem YouTube-Kanal.

00:21:25: Dort finden Sie sehr bald das Gespräch mit Ing. Robel Tedros in voller Länge. Das war's diesen Monat aus dem Süden von Rudolfsheim-Fünfhaus,

00:21:35: und ich gebe damit zurück in das Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten-Studio. Vielen Dank für Deinen Bericht, liebe Karin! Da bekommt man richtig Lust auf einen Besuch im Red Sea. Danke und baba.

00:21:46: Pfiat eich und bis zum nächsten Mal! Mich hat diese Ausflug in die ostafrikanische Kulinarik auch sehr angesprochen. Spannend auch zu hören, dass Robel Tedros früher Profiradsportler im österreichischen Nationalteam war.

00:22:01: Ja, wieder viel gehört und viel gelernt. So soll es sein!

00:22:06: Maurizio, was kann man denn bei uns noch so zu Hören und zu Lernen im April und Anfang Mai? Na, wie Du Dir denken kannst, liebe Brigitte, ziemlich viel.

00:22:16: Am 15. April - das ist diesmal ein Samstag - ab 19 Uhr gibt es wieder eine Podcast-Party im Museum.

00:22:24: Wir lauschen der aktuellen Podcast-Folge - gerne auch anderen, wenn gewünscht - und dann geht's ans Feiern. Kennenlernen und Vernetzen.

00:22:33: Am Freitag, dem 28. April gibt's wieder jede Menge zu Hören bei uns im Museum. Da findet nämlich die 14. Open Mic night statt.

00:22:44: Ab 19.30 haben fünf Talente aus dem 15. Bezirk die Gelegenheit, je 15 Minuten lang ihr Können zu präsentieren.

00:22:54: Das kann Gesang sein oder Kabarett oder auch eine Lesung. Aktuell ist noch ein Startplatz frei.

00:23:02: Wenn Sie, liebe Hörerin, lieber Hörer, gerne mitmachen wollen oder jemanden kennen der oder die auf die Museumsbühne möchte, können Sie sich gerne anmelden unter

00:23:14: office@bm15.at und wir informieren Sie dann natürlich über die Details.

00:23:25: Am 5. Mai gibt's dann wieder was zu Lernen. Frau Mag. Isabella Wasner-Peter, die Leiterin der Dokumentation in der Wienbibliothek,

00:23:35: wird uns darüber informieren, wie man mit dem WienGeschichteWiki arbeiten kann.

00:23:40: Dass WienGeschichteWiki ist eine historische Wissensplattform der Stadt Wien,

00:23:46: es führt Wissen von Expertinnen und Experten aus Stadtverwaltung und Öffentlichkeit zusammen.

00:23:52: Derzeit gibt es 48.463

00:23:58: Beiträge 297.819 Adressen und 15.957 Bilder.

00:24:08: Am 5. Mai ab 17:30 Uhr können Sie dabei sein.

00:24:13: Und am 12. Mai ab 17:30 Uhr ist das Architekturbüro baukult zu Gast.

00:24:20: Deren Spezialität ist leichter und nachhaltiger Holzbau. 2012 wurde eines ihrer Projekte mit dem niederösterreichischen Holzbaupreis ausgezeichnet.

00:24:33: Ihr Sitz ist in der Felberstraße 56 und zwar im neu ausgebauten Dachboden in Leichtbauweise.

00:24:41: Im Zuge dieses Ausbaus musste der Schriftzug "Paradies-Hof", der am Giebel angebracht war, entfernt werden, aber glücklicherweise wurden die Buchstaben aufbewahrt und sind jetzt bei uns im Museum zu bewundern.

00:24:57: Falls Sie die Geschichte rund um den "Paradies-Hof" interessiert, können Sie in einen unserer Blogartikel reinschmökern. Den Link dazu finden Sie in den Shownotes.

00:25:08: Anmelden können Sie sich für alle Angebote auf unserer Webseite www.museum15.at/veranstaltungen

00:25:21: Und was gibt's in der nächsten Folge von Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten für unsere Hörerinnen und Hörer, liebe Brigitte? Im Mai sind die Betreiber:innen des Projekts Geschichte.oida zu Gast.

00:25:35: Die haben ja bereits am 17.3. einen Vortrag bei uns gehalten.

00:25:39: Zur Einstimmung können Sie sich dazu schon die Aufzeichnung auf unserem YouTube-Kanal ansehen. Den Link gibt's in den Shownotes. Ja das war ein sehr interessanter Vortrag. Auf das Interview bin ich auch schon gespannt.

00:25:53: Es war auch sehr entspannt und nett mit Geschichte.oida

00:25:58: Lieber Maurizio, wir kommen wieder zum Ende dieser Folge. Vielen Dank für Deine Unterstützung! Es war mir wie immer ein Ehrenamt, liebe Brigitte. Baba und ciao. Baba Maurizio!

00:26:10: Ja, liebe Hörerin, lieber Hörer! Rudolfsheim-Fünfhaus hat viel zu bieten,

00:26:15: machen wir was draus - gemeinsam. Wenn Sie Ihr Wissen über die Geschichte des 15. Bezirks erweitern möchten, wenn Sie kulturelle und gesellschaftspolitische Themen schätzen,

00:26:26: wenn Sie gespannt auf interessante Menschen und Themen aus Vergangenheit und Gegenwart im 15. Bezirk sind, dann sind Sie bei uns richtig!

00:26:35: Besuchen Sie unsere Ausstellungen und Veranstaltungen im Museum, verfolgen Sie unsere Aktivitäten auf unserer Webseite unserem Blog, unserem YouTube-Kanal und auf Facebook, Instagram und Co.

00:26:47: Infos und Links finden Sie in den Shownotes. Wir sind auch gespannt auf Ihre Kommentare und Anregungen.

00:26:54: Ich freue mich auf die nächsten spannenden 2x 15 Minuten bei Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten

00:27:02: und verabschiede mich mit der anregenden Musik von Nigora und der berauschenden Stimme von Michael Stark. Auf Wiederhören, ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Tag,

00:27:13: wann immer Sie diese Folge auch hören. Ihre Brigitte Neichl.

00:27:21: Outro

00:27:25: Outro

00:27:32: Outro

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