Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten

Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten

DER Kultur-Podcast aus Wien Rudolfsheim-Fünfhaus

Rudolfsheim-Fünfhaus hat seinen eigenen Podcast!

Im Fokus sind interessante Menschen & Themen aus Vergangenheit und Gegenwart des 15. Wiener Gemeindebezirks. Betrieben wird "Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten" von der ehrenamtlichen Leiterin des Bezirksmuseums Rudolfsheim-Fünfhaus, Brigitte Neichl. Mehr Infos unter www.museum15.at

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00:00:00: Intro

00:00:37: Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Fünfzehn Minuten über den Fünfzehnten!

00:00:45: Die heutige Episode ist bereits die fünfte - ein kleines Jubiläum also - mein Name ist Brigitte Neichl und ich freue mich sehr, dass Sie dabei sind.

00:00:56: Seit Februar 2019 geht es hier um interessante Menschen und Themen aus Vergangenheit und Gegenwart des 15. Wiener Gemeindebezirk.

00:01:06: Und ich glaube, Sie haben bereits einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie lebendig kreativ und vielfältig Rudolfsheim-Fünfhaus ist.

00:01:15: In diesem Sinne wird es auch weitergehen. Ich möchte mich an dieser Stelle sehr herzlich für Ihr Interesse bedanken.

00:01:24: Bereits über 500 Downloads der bisherigen vier Episoden zeigen mir, dass ihnen die Geschichten rund um den 15. Bezirk gefallen und Sie uns gerne zuhören.

00:01:37: Was tut sich im Museum bzw. was tat sich im Museum?

00:01:44: Am 17.03.2019 fand von 10.00 bis 16:00 der 13. Tag der Wiener Bezirksmuseen statt.

00:01:52: Mein Team und ich präsentierten dabei die neue Sonderausstellung "Zu Gast in Wien: Beislkultur in Rudolfsheim-Fünfhaus".

00:02:02: Vielleicht waren sie ja auch unter den über 90 Gästen, die uns bei strahlend schönem Wetter besucht haben.

00:02:09: Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Merja Biedermann hat die Ausstellung eröffnet.

00:02:15: Ich habe dann ein bisschen über die Ausstellung und das Programm des Nachmittags erzählt.

00:02:21: Gemeinsam mit Barbara Büchner habe ich dann die neue Broschüre der Edition Bezirksmuseum 15 "Blut im Beisl" präsentiert.

00:02:31: Barbara Büchner ist im Anschluss auch mein Interviewgast in der heutigen Podcast-Folge,

00:02:37: in der es um "The dark side of Rudolfsheim-Fünfhaus" geht.

00:02:43: Ehrengast im Museum war Max Edelbacher. Sie kennen ihn vielleicht noch, er war der ehemalige Leiter des Wiener Sicherheitsbüros.

00:02:53: Er verfolgte gespannt die Ausführungen der Vorstellung der Broschüre "Blut im Beisl".

00:03:00: Thomas Reithmayer hielt dann einen sehr gut besuchten Vortrag zur "Wirtshauskultur in Rudolfsheim-Fünfhaus einst und jetzt".

00:03:09: Am Nachmittag rätselten drei Teams bei den nicht ganz einfachen Fragen unseres ersten Pubquiz im Museum.

00:03:19: Unsere professionellen Quizmasterinnen, Veronika Siegmund und Simone Ullmann, führten durch die spannende Veranstaltung.

00:03:30: Ein besonderes Highlight war dann noch der Besuch von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler,

00:03:39: die sehr angetan von unserem aktiven Museum war.

00:03:45: Die aktuelle Sonderausstellung können Sie noch bis Ende Jänner 2020 besichtigen.

00:03:52: Und nun wünsche ich Ihnen viel Vergnügen und neue Erkenntnisse mit dem folgenden Gespräch mit Barbara Büchner.

00:04:01: Mein heutiger Gast ist Barbara Büchner.

00:04:05: Sie war bis in die 1990er-Jahre Journalistin und ist auch Buchautorin. 1977 erhielt sie den Österreichischen Staatspreis für journalistische Leistungen im Interesse der Jugend.

00:04:18: Sie schreibt vor allem historische Romane, Krimis und Gruselromane.

00:04:23: Seit 2017 ist sie Mitarbeiterin des Bezirksmuseums Rudolfsheim-Fünfhaus, worüber ich mich nach wie vor sehr freue.

00:04:32: Als Autorin von Kriminalromanen befasst sich Barbara Büchner passenderweise mit "Sex & Crime in Rudolfsheim-Fünfhaus anno dazumal".

00:04:42: Zu diesem Thema sind schon einige Beiträge in unserem Blog BM 15 erschienen, z.b. "Der Raubmörder und der tapfere Wirt"

00:04:52: oder "Von einer Greisin erstochen - Das Ende des Revolver Gustl". Zur Eröffnung unserer neuen Sonderausstellung "Zu Gast in Wien. Beislkultur in Rudolfsheim-Fünfhaus" am 17.03.2019,

00:05:07: wurde auch eine Broschüre in unserer Reihe Edition Bezirksmuseum 15 präsentiert.

00:05:13: Der Titel - wie könnte es anders sein - "Blut im Beisl" In den Shownotes finden Sie alle Infos und Links dazu.

00:05:23: Hallo Barbara! Danke, dass du die Zeit gefunden hast für dieses Interview! Freut mich selber auch! Kommen wir zur ersten Frage:

00:05:33: Kannst Du Dich unseren Hörerinnen und Hörern vielleicht kurz vorstellen und uns verraten, wie Du zu diesen blutrünstigen Themen gekommen bist?

Barbara Büchner: Ich war 17 Jahre lang freiberufliche Journalistin - hauptsächlich bei der Arbeiter-Zeitung - und habe mich dort vor allem für Medizingeschichte interessiert.

00:05:52: Von der Medizingeschichte ist kein weiter Weg mehr zur Rechtsmedizin und von dort zur Kriminalgeschichte.

00:06:00: Und mich hat immer der historische Teil von beiden sehr interessiert. Deswegen mache ich ja jetzt auch  im im Museum die alten Verbrechen. Die frischen,

00:06:11: sind für jemand anderen, da ist jemand anderer zuständig.

00:06:17: Ja und über dich selber. Was du so, also Journalistin hast Du schon gesagt, warst Du.

00:06:25: - seit Jahrzehnten - kann man sagen. Also Autorin eigentlich.

00:06:34: In der Volksschule sollt ich aufschreiben, welchen Beruf ich einmal ergreifen will und da habe ich hingeschrieben "Schrifstellerin",

00:06:41: Wenn ich mal alle Buchstaben kann, werde ich Schriftstellerin.

00:06:46: Und das bin ich auch geworden. Mein erstes Buch habe ich geschrieben mit 10 Jahren. Das war vier Seiten lang in Blockschrift geschrieben, aber es war sehr dramatisch, es war ein Science-Fiction Roman. Gibt’s einen Titel auch dazu?

00:07:00: Ich glaube "Explosion auf dem Mars" oder so ähnlich hat's geheißen. Wow, schau! Gibt’s das noch?

00:07:07: ich glaub, meine Mutter hat's noch irgendwo in einer Schachtel. Oh, das würd ich aber gern einmal sehen. Frag Sie einmal. Jetzt wissen wir schon ein bisschen mehr über Dich. Kommen wir zur zweiten Frage:

00:07:20: Wie kommst du zu Deinen Geschichten und mit welchen Personen und öffentlichen Stellen bist Du für die Stories in Kontakt und welche Quellen nutzt Du? Ein bisschen was hast du ja schon angedeutet,

00:07:31: Also eine ganz entscheidend wichtige Quelle sind die historischen Zeitungen im Internet, die dort digitalisiert sind - ANNO heißt das,

00:07:40: Das können wir in den Shownotes verlinken,

00:07:43: falls Sie auch Lust bekommen haben. Wo man alte Zeitungen eben nachschauen kann. Dann sehr wichtig war für mich das Wiener Kriminalmuseum und auch die Bücher, die der Direktor Seyrl geschrieben hat,

00:07:56: den Alten und Neue Wiener Pitaval und die Wiener Kriminalchronik. Sehr hilfreich ist die Pressestelle der Polizei,

00:08:05: die ja auch verschiedene Archive haben. Leider ist sehr, sehr viel verloren gegangen oder überhaupt nicht aufbewahrt worden. Ja und dann natürlich das Internet. In das kann man sich ja hineinwühlen, wie die Made in den - ich mein, wie 

00:08:20: eine Maus in den Käse. Und das machst Du auch ausführlich. nehm, ich an. Mach ich, also ich häng dauernd im Netz.

00:08:30: Und Du bist ja schon bekannt bei diesen öffentlichen Stellen, das heißt, die geben Dir auch gerne - Du kennst die persönlich und die geben Dir auch gerne Auskunft.

00:08:36: An sich war es in meiner Journalistenzeit so,  dass sie Türen und Fenster zugenagelt haben, wenn ich gekommen bin, 

00:08:45: weil ich die Aufträge gekriegt die niemand andere machen wollte. Ich durfte immer zu Allerheiligen die Städtische Bestattung aufsuchen, die Polizei,

00:08:55: die Friedhofsgesellschaft und das Pathologische Museum. Alles, wo kein anderer hinwollte,  haben sie mich hingegeschickt. Dadurch hat es immer geheißen, um Gottes Willen, schon wieder die Frau Büchner. Aber das hat sich geändert,  oder?

00:09:09: Ich habe mir langsam und tapfer eine gewisse Anerkennung erworben.

00:09:16: Das kommt jetzt uns als Museum auch zugute. Es ist für mich auch eine Anerkennung in so einer Stelle zu arbeiten, dass ist schon eigentlich eine Krönung, auch von meiner Berufslaufbahn. Du meinst das Bezirksmuseum?,

00:09:30: Das Bezirksmuseum ja.

00:09:35: Oh dankeschön. Das freut mich, dass Du das so siehst! Wir freuen uns natürlich auch sehr, dass Du da bist! Kommen wir zur 3. Frage:

00:09:42: Die dritte Frage an meine Unterviewgäste hat ja immer ganz speziell es mit dem 15. Bezirk zu tun.

00:09:49: Verbrechen passieren natürlich überall auf der Welt und nicht nur im 15., das wollen wir einmal klarstellen. Gibt es aber spezielle Aspekte, die besonders für Rudolfsheim-Fünfhaus zutreffen,

00:10:01: jetzt die historischen Fälle, die Du ja bearbeitest und haben die vielleicht

00:10:05: mit geographischen Gegebenheiten oder speziellen Gebäuden oder Lokalen zu tun?

00:10:13: Ja da war etwas,was mich sofort angesprochen hat, wie ich den Beitrag gelesen habe von der Kollegin Zuleger,

00:10:20: über das Gasthaus " Zur Schwarzen Weste" , das existierte vom 1790 bis 1890 

00:10:30: und hat früher eigentlich "Ziegelofen" geheißen und bekam den Namen "Zur Schwarzen Weste" im Zusammenhang mit einem Kriminalfall, über den man aber überhaupt nichts mehr weiß.

00:10:42: Und da habe ich dazu einen Roman geschrieben, der sich eng an die historischen und geographischen Gegebenheiten hält, nur der Kriminalfall ist halt fiktiv.

00:10:54: Sowas mache ich überhaupt gern, dass ich tatsächliche authentische Fälle, die ungelöst geblieben sind, selber in einem Roman zu lösen versuch.

00:11:04: Und so hat mich eben auch diese "Schwarze Weste", die hat mich nicht mehr losgelassen. Das ist dort, wo heute der Auer Welsbach Park ist und es war das unheimlichste Gasthaus von Wien, das war berüchtigt als Raubers-Gasthaus.

00:11:17: und die Reisenden konnten froh sein, wenn sie dort lebendig vorbeigekommen sind. Rundherum lag das Gatterhölzl,

00:11:25: es war eine finstere und unheimliche Wald- und Busch-Gegend, in der sehr viele Verbrechen stattgefunden haben. Und diesen Roman habe jetzt mal geschrieben, also werden wir mal sehen, ob der auch einmal veröffentlicht wird,

00:11:38: Na ja, ich glaube schon. Ich glaub, ich kann das schon ankündigen, dass wir das auch in unserer Edition Bezirksmuseum 15 veröffentlichen werden,

00:11:46: ich habs noch nicht gelesen, ich bin mir ja, also ich muss es ja "leider" (unter Anführungszeichen) vorher lesen,

00:11:52: weil ich es ja bearbeiten muss auch vom Layout her her, aber lieber würde ich erst lesen, wenn es veröffentlicht ist, damit die Spannung nicht verloren geht,

00:12:02: Aber für Sie ist die Spannung natürlich noch weiter vorhanden, ich hoffe, Sie hören diesen Beitrag jetzt nicht zu spät nachts, damit sie nicht schlecht träumen.

00:12:12: Ja das ist natürlich häufig der Fall dann.

00:12:16: Wenn man etwas von mir liest, kann man zuerst überhaupt nicht schlafen, weil man bis 5 Uhr in der Früh liest,

00:12:22: und wenn man dann einschlaft, dann träumt man schlecht. Oje, oje. also man braucht schon gewisse Voraussetzungen. Ja, eine gewisse Härte ist vorgegeben.

00:12:32: Wir werden einige Deiner Lieblingsbücher. die du jetzt abseits des Museums schon geschrieben hast, werden wir auch in den Shownotes verlinken, da wirst du mir dann noch

00:12:41: die entsprechende Hinweise geben. Ja dann bedanke ich mich sehr herzlich, dass du heute hier warst und dass du uns so viele spannende Einblicke gewährt hast,

00:12:50: und ich hoffe noch auf eine lange fruchtbare Zusammenarbeit. Ja, ich auch! Danke!

00:12:58: Ich hoffe, diese Folge war nicht zu gruselig für Sie.

00:13:02: Für alle, die noch nicht genug von den schaurigen Geschichten haben, verlose ich jetzt insgesamt drei Ausgaben unserer neuesten Publikation "Blut im Beisl".

00:13:13: Was müssen Sie dafür tun?

00:13:16: Ja ganz einfach eigentlich, beantworten Sie die folgende Frage: Wie lauten die Titel unserer ersten vier Podcast-Episoden?

00:13:26: Einsendeschluss ist der 14.4.2019.

00:13:31: Die Mail-Adresse lautet: podcast@bm15.at 

00:13:42: Ich wünsche Ihnen viel Glück! Und nun zu den Veranstaltungstipps: Tipp Nummer 1.

00:13:51: Am 5. April findet ab 17:30 unser erster Kultur-Spaziergang 2019 statt.

00:13:59: Waltraud Zuleger - Sie kennen Sie ja schon aus unserer dritten Podcast-Folge, begibt sich auf die Spuren der "Lost Places im Umfeld der Mariahilferstraße".

00:14:13: Also, Freitag 5.04.2019 17:30-19 Uhr:  Kultur-Spaziergang mit Waltraud Zuleger.

00:14:23: Treffpunkt ist im Bezirksmuseum, 1150 Wien, Rosinagasse 4. Tipp Nummer 2.

00:14:33: Gleich am nächsten Tag, am 6.04 ab 11 Uhr haben Sie die Gelegenheit, Gast bei unserem Kulturfrühstück zu sein.

00:14:42: Unter dem Titel "Am Anfang war der Wein" spricht Waltraud Zuleger über die Bedeutung des Weinbaus für die Entstehung des 15.Bezirks.

00:14:54: Also leckeres Frühstück und spannender Vortrag im besonderen Ambiente eines Museums.

00:15:02: Für dieses besondere Angebot, gibt es nur wenige Plätze. Bei Interesse sollten Sie sich also schnell anmelden.

00:15:12: Samstag 6.4.2019 11:00-13:00 Uhr, 1150 Wie, Rosinagasse 4.

00:15:21: Tipp Nummer 3: Am 19.4. findet unsere bereits 6. Open Mic night statt,

00:15:30: Ab 19.30 haben fünf Talente aus den Bereichen Musik,Kleinkunst und Poesie, die Möglichkeit je 15 Minuten lang ihr künstlerisches Schaffen zu präsentieren.

00:15:43: 19.4.2019, 19.30 bis 21.30, 1150 Wien, Rosinagasse 4,

00:15:54: Wenn Sie einen Bezug zum 15. Bezirk haben und diese Auftrittsmöglichkeiten nutzen wollen

00:16:00: oder eine Veranstaltung im 15.Bezirk anbieten, die ich hier im Podcast bewerben soll, dann kontaktieren Sie mich gerne unter Podcast@bm15.at

00:16:12: Warum wird es in der nächsten Episode gehen? ich spreche mit der Geschäftsführerin von Basis.Kultur.Wien,             Mag. Monika Erb.

00:16:22: Und zwar über den 15. Bezirk als Vorreiter in Sachen Kultur.Vor.Ort.

00:16:30: Die Folge erscheint am 15. April.

00:16:34: Am Abend um 19 Uhr findet dann unsere 3. Podcast Party statt Monika Erb wird ebenfalls anwesend sein.

00:16:44: Und auch Sie sind herzlich eingeladen.

00:16:48: Ja, Liebe Hörerinnen und Hörer. Rudolfsheim-Fünfhaus hat viel zu bieten. Machen wir was draus - gemeinsam.

00:16:57: Ich freue mich auf die nächsten spannenden 15 Minuten bei Fünfzehn Minuten über den 15.

00:17:04: Und verabschiede mich mit der anregenden Musik von Nigora und der berauschenden Stimme von Michael Stark..

00:17:08: Auf Wiederhören. Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Tag! Ihre Brigitte Neichl

00:17:26: Outro

00:17:36: Outro